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Wie groß sind eigentlich drei Fuß?

Wellenhöhe klingt einfach, bis du in einem Boot stehst und beurteilen musst, ob man rausfahren kann. Hier ist, was die Zahlen tatsächlich beschreiben.

Wenn eine Vorhersage die Wellenhöhe angibt, meint sie fast immer die signifikante Wellenhöhe, bezeichnet als Hs. Das ist der Mittelwert des höchsten Drittels der Wellen während einer Messperiode. Die Definition klingt technisch, hat aber einen praktischen Sinn: Sie entspricht ungefähr dem, was ein erfahrener Seemann selbst mit dem Auge schätzen würde, da wir die kleinsten Kräuselwellen automatisch ausblenden.

Einzelne Wellen sind immer höher als die Vorhersage

Das Wichtigste zu verstehen ist, dass Hs nicht der Maximalwert ist. In einem normalen Wellenfeld ist die höchste Welle innerhalb einer Stunde etwa 1,8-mal so hoch wie die signifikante Wellenhöhe, und über eine längere Zeitspanne können einzelne Wellen das Doppelte erreichen. Eine Vorhersage von 1,5 Metern bedeutet also, dass du in regelmäßigen Abständen auf eine drei Meter hohe Wand triffst. Rechne das immer mit ein, wenn du die Sicherheitsmargen beurteilst.

Fuß und Meter

Fuß wird im Bootssport häufig verwendet, da vieles an der Terminologie englischsprachig ist. Ein Fuß entspricht exakt 0,3048 Metern. Drei Fuß sind also 0,91 Meter, fünf Fuß 1,52 Meter und zehn Fuß gut drei Meter. Eine schnelle Faustregel: Teile die Fuß-Zahl durch drei, um ungefähr die Meter-Zahl zu erhalten.

MeterFußSeegangszustand
0–0,3 m0–1 FußKräuselwellen. Kaum spürbar an Bord.
0,3–0,6 m1–2 FußKleine Wellen. Angenehme Fahrt bei allen Bootsgrößen.
0,6–1,0 m2–3 FußLeichter Seegang. Kleines Boot beginnt in den Wellen zu stampfen.
1,0–1,5 m3–5 FußMäßiger Seegang. Unangenehm in einem 20-Fuß-Boot, ruhig in einem 50-Fuß-Boot.
1,5–2,5 m5–8 FußGrober Seegang. Fahrtreduzierung bei kleineren Booten erforderlich.
2,5–4,0 m8–13 FußSehr grober Seegang. Nur für größere, seetüchtige Boote.
4,0 m +13 Fuß +Hoher Seegang. Einzelne Wellen können fast doppelt so hoch werden.
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Wellenlänge zählt genauso viel wie die Höhe

Zwei Meter hohe Wellen mit zwölf Sekunden Periode sind lange, sanfte Dünungen, denen ein Boot fast unmerklich folgt. Zwei Meter mit vier Sekunden Periode sind kurze, steile Wände, die hart in den Rumpf schlagen. Es ist die Steilheit – das Verhältnis zwischen Höhe und Länge –, die entscheidet, ob sich der Seegang angenehm oder brutal anfühlt. Binnenmeere wie die Ostsee sind berüchtigt für kurzen, kabbeligen Seegang, während die Dünung des Atlantiks deutlich höher, aber ruhiger zu befahren sein kann.

Die Bootslänge im Verhältnis zur Welle

Ein Boot reagiert völlig unterschiedlich, je nachdem, wie es sich zur Wellenlänge verhält. Ein offenes 20-Fuß-Boot ist kürzer als die meisten Wellen und folgt daher jedem Berg und Tal – die Bewegungen werden bereits bei einem Meter Seegang schnell und ruckartig. Ein 32-Fuß-Segelboot mit tiefem Kiel hat genug Masse, um zu dämpfen, und kann bequem bei zwei Metern fahren. Ein 50-Fuß-Boot überbrückt kleinere Wellen vollständig: Es spürt kaum einen Meter, bekommt dafür aber bei wirklich grobem Seegang harte Schläge, wenn es ins Wellental fällt.

Der Kurs zum Seegang spielt ebenfalls eine Rolle. Direkt gegen die Wellen führt zu heftigem Stampfen, aber guter Kontrolle. Direkt mit dem Seegang ist bequemer, birgt aber das Risiko, dass das Boot in einer brechenden Welle unkontrolliert ausbricht. Seegang von der Seite ist meist am unangenehmsten – dann wird das Rollen am schlimmsten und die Seekrankheit setzt ein.

Probier es selbst

Stelle die Wellenhöhe in der Visualisierung ein und sieh dir den Seegang sowohl von der Seite als auch vom Strand aus an – oder füge ein Boot hinzu und sieh, wie die Rumpflänge das ganze Erlebnis verändert.

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