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Wie viel sind zwei Millimeter Regen?
Niederschlag wird in Millimetern gemessen, aber nur wenige haben ein Gefühl dafür, was die Zahl in der Praxis bedeutet. Hier ist die Übersetzung.
Ein Millimeter Niederschlag bedeutet, dass der Regen eine einen Millimeter tiefe Wasserschicht bilden würde, wenn nichts ablaufen oder verdunsten würde. Das entspricht genau einem Liter Wasser pro Quadratmeter. Zwei Millimeter sind also zwei Liter pro Quadratmeter – auf einem normalen Hausgrundstück von 700 Quadratmetern sind das 1.400 Liter, ungefähr sieben Badewannen. Das klingt nach viel, aber verteilt auf die gesamte Fläche ist es nur ein feuchter Nachmittag.
Der Zeitraum ist entscheidend
Das häufigste Missverständnis ist, Menge mit Intensität zu verwechseln. Zwanzig Millimeter an einem Tag ist ein ganz normaler regnerischer Herbsttag in Schweden. Zwanzig Millimeter in einer Stunde ist ein Wolkenbruch, der Regenwassersysteme zum Erliegen bringt und Keller überfluten lässt. Dieselbe Zahl, völlig unterschiedliche Folgen. Achte deshalb immer auf die Einheit: mm/h beschreibt, wie stark es gerade schüttet, mm/Tag, wie viel insgesamt zusammenkommt.
| Intensität | Bezeichnung | So wird es erlebt |
|---|---|---|
| < 0,5 mm/h | Nieselregen | Kaum nasse Straßen. Ein Regenschirm wird selten gebraucht. |
| 0,5–2 mm/h | Leichter Regen | Vereinzelte Pfützen. Man wird nach einer Weile draußen nass. |
| 2–6 mm/h | Mäßiger Regen | Laut gegen das Fenster. Der Rinnstein beginnt zu fließen. |
| 6–15 mm/h | Starkregen | Die Sicht verschlechtert sich. Pfützen bilden sich schnell. |
| 15–30 mm/h | Sturzregen | Durchnässt innerhalb einer Minute. Das Regenwasser kommt nicht mehr weg. |
| > 30 mm/h | Wolkenbruch | Überflutete Straßen, weißes Rauschen von Wasser. Ungewöhnlich. |
Tropfengröße und Fallgeschwindigkeit
Nieselregentropfen haben etwa einen halben Millimeter Durchmesser und fallen mit ein paar Metern pro Sekunde – so langsam, dass der Wind sie leicht seitwärts trägt. Ein kräftiger Regentropfen ist drei bis fünf Millimeter groß und erreicht neun Meter pro Sekunde. Größer als das können Tropfen nicht werden; der Luftwiderstand zerschlägt sie auf dem Weg nach unten. Deshalb besteht ein Wolkenbruch nicht aus riesigen Tropfen, sondern aus unglaublich vielen normalen Tropfen, dicht gepackt, was das charakteristische weiße Rauschen ergibt.
Warum die Stadt nasser wird als der Wald
Im Wald fangen die Baumkronen die ersten Millimeter vollständig auf, und der Boden saugt danach langsam den Rest auf. Dieselbe Regenmenge auf Asphalt hat nirgends hin: Alles läuft direkt in die Gullys. Schwedische Regenwassersysteme sind oft für etwa 10 bis 20 Millimeter pro Stunde ausgelegt. Wird dieses Niveau überschritten, steht das Wasser innerhalb weniger Minuten auf der Straße, egal wie gut das System sonst funktioniert.
Was die Vorhersage tatsächlich verspricht
Niederschlagsvorhersagen geben normalerweise die durchschnittliche Menge über eine Fläche und eine Stunde an. Ein Gewitterschauer kann daher in der Vorhersage 3 mm zeigen und gleichzeitig 15 mm auf einer einzelnen Straße bringen, während das Nachbargebiet trocken bleibt. Je konvektiver das Wetter ist – also schauerartig statt eines flächendeckenden Regengebiets –, desto ungenauer wird die Zahl für genau deine Adresse.
Probier es selbst
Zieh den Regenregler in der Visualisierung und sieh den Unterschied zwischen Nieselregen und Wolkenbruch, in der Stadt oder im Wald.
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