Ratgeber

Gelb, orange und rot: so funktionieren Wetterwarnungen

Die Warnstufen beschreiben Konsequenzen, nicht nur Zahlen. Hier ist, was sie bedeuten und wie du darauf reagierst.

Seit 2021 verwendet der SMHI ein konsequenzbasiertes Warnsystem mit drei Stufen. Entscheidend ist nicht mehr nur, wie viele Meter pro Sekunde es weht, sondern welche Folgen das Wetter dort erwartungsgemäß haben wird. Dieselbe Windstärke kann daher in einer Bergregion eine gelbe Warnung und in einem dicht besiedelten Küstengebiet eine orange Warnung auslösen.

Die drei Stufen

StufeBedeutetTypische Folgen
GelbGewisse Risiken für Gesellschaft und ÖffentlichkeitNasse Straßen, lose Gegenstände in Bewegung, vereinzelte Verkehrsstörungen.
OrangeSchwerwiegende FolgenUmgestürzte Bäume, Stromausfälle, ausgefallene Abfahrten, Gebäudeschäden.
RotSehr schwerwiegende FolgenUmfangreiche Schäden, Lebensgefahr, Ausfall gesellschaftlicher Funktionen.

Zusätzlich zu den Warnungen gibt es *Hinweise auf unangenehmes Wetter* – einen leichteren Hinweis auf Wetter, das keine Warnstufe erreicht, aber dennoch stören kann, zum Beispiel Glätte am Morgen oder heftige Schauer.

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Land und Meer werden unterschiedlich gewarnt

Zur See gelten eigene Stufen, da eine Windstärke, die an Land kaum spürbar ist, auf dem Wasser entscheidend sein kann. Sturm bedeutet mindestens 14 m/s mittlere Windgeschwindigkeit, schwerer Sturm mindestens 25 m/s und Orkan mindestens 33 m/s. Eine Sturmwarnung bedeutet in der Praxis, dass Freizeitboote im Hafen bleiben sollten, unabhängig davon, ob überhaupt eine Landwarnung besteht.

Denk auch daran, dass Warnungen von der mittleren Windgeschwindigkeit ausgehen. Böen liegen typischerweise 1,3- bis 1,6-mal höher, und sie sind es, die Bäume fällen und Dächer abdecken. Mehr dazu im Windratgeber.

Was du bei jeder Stufe tun solltest

Bei gelber Warnung reicht es meist, lose Gegenstände hereinzuholen, Sonnenschirm und Trampolin zu sichern und mit etwas längerer Fahrzeit zu rechnen. Bei orange solltest du unnötige Fahrten vermeiden, dich von Wald und Hafenmolen fernhalten, das Telefon aufladen und dich auf Stromausfälle vorbereiten. Bei roter Warnung solltest du drinnen bleiben, den Informationen der Behörden folgen und jeden Aufenthalt im Freien vermeiden, wo Bäume, Gebäudeteile oder Wasser eine Gefahr darstellen können.

Warnungen sind Vorhersagen, keine Versprechen

Eine Warnung wird ausgegeben, wenn die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Folge ausreichend hoch ist – nicht, wenn sie sicher ist. Dass eine orange Warnung vorübergeht, ohne dass etwas passiert, bedeutet also nicht, dass sie falsch war; es bedeutet, dass das Ergebnis im milderen Teil einer unsicheren Spanne lag. Das Gegenteil gilt ebenso: Lokale Schäden können auch bei gelber Stufe auftreten.

Sieh dir an, wie sich die gewarnte Windstärke im Visualisierer tatsächlich anfühlt, bevor du dich entscheidest, hinauszugehen.

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